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Berlin - 28. Juli 2010

Möllenberg: "DIHK-Chef driftet an Lebenswirklichkeit vorbei"

Als „Generalangriff auf Arbeitnehmerrechte“ hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Forderungen von DIHK-Chef Hans Heinrich Driftmann zur Beseitigung von „Einstellungshürden“ bezeichnet.
„Der Arbeitsmarkt braucht Regeln und keine weitere Deregulierung. Wir werden es nicht zulassen, dass der Kündigungsschutz weiter aufgeweicht wird oder die Befristung verlängert wird. Die Arbeitnehmerinnen und Gewerkschaften haben in der Krise bewiesen, dass sie flexibel sind. So ist Deutschland vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Als Dankeschön soll jetzt ‚Hire and Fire’ auf die Tagesordnung.
Die von der rot-grünen Bundesregierung mit der Agenda 2010 eingeläutete Flexibilisierung des Arbeitsmarktes hat dazu geführt, dass Deutschland den größten und einen weiter zunehmenden Niedriglohnsektor in Europa hat. Das kann nicht das zukünftige Modell für ein soziales Europa sein.
Der DIHK-Chef driftet an der Lebenswirklichkeit vorbei, wenn er fordert, dass 16-jährige Auszubildende in der Gastronomie bis 23 Uhr arbeiten sollen. Die Arbeitszeit bis 22 Uhr ist ausreichend, um Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Die von Driftmann geforderte Aufweichung des Jugendschutzes soll dem Gastgewerbe nur noch weitere billige Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. Schon heute sind die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen im Gastgewerbe oft so schlecht, dass viele die Ausbildung abbrechen oder nach der Ausbildung die Branche wechseln.“
 

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