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Berlin - 12. August 2010

Möllenberg fordert Beschäftigungsbrücke statt Rentenkürzungsprogramm

„Die Renten-Diskussion nach dem Motto ‚Darf es noch ein bisschen mehr sein – arbeiten bis 67, bis 70, womöglich noch länger’ geht völlig an der Lebenswirklichkeit vorbei. Im Gastgewerbe arbeitet im Service kaum jemand, der älter ist als 40 Jahre. Oder möchte Michael Hüther in seinem Elfenbeinturm, dem arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft, von einem Kellner mit Gehhilfe bedient werden?“ Angesichts der Arbeitsmarktlage älterer Beschäftigter könne es für das Renteneintrittsalter nur heißen: „Aussetzen statt anheben“, fordert Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).
Die Gewerkschaft NGG begrüße es, dass die SPD ihre Position zur Rente mit 67 korrigiere und die Lage am Arbeitsmarkt berücksichtige. „Notwendig ist die Qualifizierung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die altersgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen. Nur so haben ältere Beschäftigte überhaupt eine Chance, bis zum Alter von 65 Jahren zu arbeiten. “
Möllenberg forderte Arbeitsministerin von der Leyen auf, den gesetzlichen Prüfauftrag zur Rente mit 67 ernst zu nehmen und nicht mit geschönten Zahlen zu operieren. „Wir brauchen einen sozial ausgestalteten Übergang in die Rente. Der Solidarpakt zwischen Älteren, die sozial abgefedert früher in Rente gehen können und Jüngeren, die damit gesicherte Arbeitsplätze erhalten, hat sich bewährt und ist ein Modell für die Zukunft. Die Beschäftigungsbrücke durch Förderung der Altersteilzeit und Teilrente muss erhalten bleiben. Alle anderen Vorschläge, das Renteneintrittsalter zu erhöhen und Abschläge von der Rente vorzunehmen, sind ein Rentenkürzungsprogramm.“
 

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