Presse

24.02.2014

Rosenberger: „Gutes Brot gibt es nur mit guter Ausbildung“

NGG veranstaltet das 8. "Backwarenforum"

Niedernhausen (Taunus) – 24. Februar 2014

Die Strukturen im Backgewerbe verändern sich seit Jahren einschneidend: Die Filialisierung schreitet voran, mit den Backstationen verschieben sich die Marktanteile im Vertrieb. In einem Tiefkühlwerk wird weniger Personal eingesetzt als in einer Großbäckerei. „Dieser Strukturwandel darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dürfen nicht zu den Verlierern gehören.“ Mit diesen Worten eröffnete Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am Montag das 8. Backwarenforum. Rund 100 Teilnehmende – Betriebsräte und Experten – aus dem Bäckerhandwerk und der Brotindustrie beraten die künftige Strategie für die Branche.

Besorgnis erregend sei die Ausbildungssituation, so Rosenberger. Viele Betriebe seien nicht „ausbildungsreif“. Das belegten die hohen Abbrecherquoten: Ein Drittel der Auszubildenden beende seine Ausbildung vorzeitig. Hinzu kämen schlechte Prüfungsergebnisse: Fast 20 Prozent bestehen nicht die Prüfungen. „Dies ist ein weiteres Indiz für die schlechte Qualität der Ausbildung. Wenn sich junge Menschen als billige Arbeitskräfte missbraucht fühlen und keine Perspektiven für ein Weiterkommen nach der Ausbildung sehen – dazu gehört auch eine angemessene Entlohnung –, wird das Backgewerbe auch künftig schlechte Chancen beim Wettbewerb um den Nachwuchs haben. Die Zukunft des Backgewerbes kann nur mit einer guten Ausbildung gesichert werden.“

Die Gewerkschaft NGG begrüße es ausdrücklich, dass der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bei der UNESCO Deutschland die Bewerbung eingereicht hat, dass die deutsche Brotkultur immaterielles Weltkulturerbe werden soll. „Damit werden nicht nur die Handwerksqualität und der Wert von Lebensmitteln gewürdigt, sondern auch die Arbeit der Beschäftigten. Die Attraktivität der Branche steigt aber auch mit einer ‚anständigen“ Entlohnung“, so Rosenberger. Vor allem im Bäckerhandwerk in Sachsen und Sachsen-Anhalt müsse endlich wieder ein Tarifvertrag verhandelt werden.

 

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