Presse

31.08.2017

"Ein neuerlicher Weckruf für die Branche"

Ausbildungsreport: Wieder schlechte Plätze für das Gastgewerbe

Hamburg, 31. August 2017

Im heute in Berlin vorgestellten jährlichen „DGB-Ausbildungsreport“ bewerten angehende Köche, Restaurant- und Hotelfachleute die Ausbildungsqualität und -bedingungen in ihren Berufen erneut teils erheblich schlechter als Auszubildende anderer Branchen. Wie in den Vorjahren landeten die gastgewerblichen Berufe auf den letzten Plätzen der Gesamtbewertung.

Guido Zeitler, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) bezeichnete die Umfrageergebnisse als „neuerlichen Weckruf für die Branche“. Es reiche nicht aus, dass einzelne Betriebe in Bezug auf Ausbildungsqualität und -bedingungen vorangingen. Vielmehr sei es Aufgabe der ganzen Branche, die Rahmenbedingungen für Arbeit und Ausbildung flächendeckend zu verbessern und so die Attraktivität des Gastgewerbes zu erhöhen. „Das Gastgewerbe hat ein Imageproblem. Leider trägt der Arbeitgeberverband DEHOGA mit seiner Kampagne für noch längere tägliche Arbeitszeiten und für ein Aufweichen des Arbeitszeitgesetzes dazu bei, den Ruf der Branche weiter zu schädigen.“ Dabei seien die teilweise gesundheitsschädlichen Arbeitszeiten schon heute einer der größten Kritikpunkte von Auszubildenden und Beschäftigten.

Ein „Weiter so“ könne man sich angesichts dauerhaft sinkender Bewerberzahlen und eines für viele Betriebe existenzbedrohenden Fachkräftemangels nicht mehr leisten. Zeitler: „Ein Drittel der Ausbildungsplätze bei den Restaurantfachleuten bleibt unbesetzt, die Hälfte der Koch-Azubis bricht die Ausbildung ab, das ist dramatisch.“ Wegen der Vielzahl von offenen Ausbildungsstellen könnten Jugendliche heute ihre Ausbildung frei wählen, dabei zöge das Gastgewerbe zu oft den Kürzeren: „Die Ausbildungsbedingungen und die spätere Perspektive im Job gelten in anderen Berufen als deutlich attraktiver – darauf müssen Arbeitgeber und ihr Verband endlich bundesweit reagieren.“

Mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Branche sei nicht mehr hinnehmbar, dass der DEHOGA die Umgehung der in den eigenen Tarifverträgen festgelegten Arbeits- und Ausbildungsbedingungen fördert, indem er die „Mitgliedschaft ohne Tarifbindung“ (OT-Mitgliedschaft) anbiete. „NGG und DEHOGA schließen attraktive Vereinbarungen ab, und der DEHOGA sorgt selbst dafür, dass davon viele Beschäftigte gar nicht profitieren. Das ist kontraproduktiv und imageschädigend.“

So lägen etwa die tariflich vereinbarten Vergütungen der Auszubildenden im Gastgewerbe inzwischen teilweise über denen anderer Branchen. An den Arbeitgebern und ihrem Verband sei es jetzt, dafür Sorge zu tragen, dass die „Tarifflucht im Gastgewerbe beendet wird und wieder mehr Beschäftigte von den Tarifverträgen profitieren.“

DGB-Ausbildungsreport 2017

Diese Pressemitteilung als PDF

 

Diese Pressemitteilung...

Schließen

Artikel versenden

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Deine E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. um im Fall eines Übertragungsfehlers eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird die NGG die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X_Sent_by_IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird die NGG die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.

Bitte melden Sie sich an um den Artikel zu merken.

Bitte melden Sie sich an um den Artikel zu kommentieren.

Pressestelle

NGG-Hauptstadtbüro
Luisenstraße 38
10117 Berlin
Tel.: 030 / 28 88 49 693
Fax: 030 / 28 88 49 699
Email: hv.presse@ngg.net

Service

Alle Pressemitteilungen

Im Presse-Archiv finden Sie alle bundesweiten Pressemitteilungen der NGG.

Alle Pressemitteilungen

Socialmedia

Aktuelle Informationen der NGG erhalten Sie auch bei

Facebook und Twitter