Presse

08.03.2018

Karrierefalle: 70 Prozent aller Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand

Frauentag: NGG-Vorsitzende appeliert für mehr Engagement bei der Gleichstellung

Hamburg - 8. März 2018

Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentags hat die Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an die neue Bundesregierung appelliert, sich „endlich zielstrebig und mit vollem Engagement“ für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Arbeitswelt einzusetzen. Auch 2018 – 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts – würden Frauen häufig schlechter bezahlt und hätten geringere Aufstiegschancen als ihre Kollegen.   

Noch immer seien bundesweit 70 Prozent der Teilzeit- und Minijobs in Frauenhand. Bei den rund 8,94 Millionen Teilzeitstellen im Land liege der Frauenanteil nach Angaben der Arbeitsagentur sogar bei 79 Prozent. Rosenberger: „Wer nur 20 oder 25 Stunden pro Woche arbeitet, für den ist der berufliche Aufstieg deutlich schwerer. Teilzeit- und Minijob sind echte Karrierefallen.“  

Bei der Bezahlung stünden Frauen in Deutschland oft weiter deutlich schlechter da als Männer: „Dass Frauen nur deshalb jeden Monat weniger Geld bekommen, weil sie Frauen sind, ist längst inakzeptabel. In puncto Lohngerechtigkeit geht es nur in Trippelschritten voran – Deutschland bleibt Nachzügler in Europa.“ So läge der sogenannte „Gender Pay Gap“ im EU-Durchschnitt bei 16 Prozent während das Statistische Bundesamt für Deutschland zuletzt eine Lohnlücke von 21 Prozent ermittelt habe. Zwar gebe es seit Anfang des Jahres einen Rechtsanspruch darauf zu erfahren, was die Kollegen in ähnlicher Position verdienen. Das „Lohntransparenzgesetz“ werde aber gerade für viele Frauen in den NGG-Branchen schon deshalb zum „ziemlich zahnlosen Tiger“, weil es nur in Großbetrieben ab 200 Beschäftigten gelte: „Die meisten Köchinnen oder Bäckereifachverkäuferinnen haben von dem Gesetz gar nichts – die neue Bundesregierung muss dringend nachbessern!“  

Mehr Lohngerechtigkeit sei auch eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft – schließlich müsse der Staat sonst Armutsrenten von Frauen durch Grundsicherung und Zuschüsse für das Wohnen aufbessern. Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge liege die „weibliche Rentenlücke“ in den alten Bundesländern bei 42 Prozent und 23 Prozent in den neuen Ländern. So erhalte etwa ein Rentner im Westen durchschnittlich 994 Euro monatlich, eine Rentnerin komme dagegen nur auf 576 Euro. „Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit heute ist ein wirksames Mittel gegen die zukünftige Altersarmut von Frauen“, so Rosenberger. 

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