Das Thema „Flexible Arbeitszeiten in der Ernährungsindustrie“ diskutierten VertreterInnen der Gewerkschaft NGG und der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG) vom 29. bis 30. März 2006 auf einer Fachtagung im Bildungszentrum Oberjosbach (BZO).
Das Thema Arbeitszeit ist in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion sehr präsent. Als Gewerkschaft NGG engagieren wir uns in diesem Thema besonders und setzen Maßstäbe.
Unsere Kampagne umfasst alle Aspekte der Arbeitszeit, wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder die Frage der gesundheitsgerechten Gestaltung von Schichtarbeit. Eine generelle Arbeitszeitverlängerung würde viele Menschen zusätzlich arbeitslos machen. Daher lehnen wir diesen Weg ab.
Im Mittelpunkt unserer Kampagne steht der Dialog. Wir wollen mit den Beschäftigen in den Betrieben, Betriebsräten, Vertretern/innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ins Gespräch kommen und nach richtigen Wegen suchen. In Fragen zur Arbeitszeit und Arbeitszeitgestaltung haben wir als Gewerkschaft NGG besondere Kompetenzen gebildet.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Machen Sie mit bei unserer Kampagne!
Informationen zu den Positionen der NGG und weitere Informationen zur Arbeitszeit finden Sie hier.
- Faltblatt: Achtstundentag und Luxus
Verlängerung der Arbeitszeit - nächste Stufe der Umverteilung und Gift für die Volkswirtschaft- Flyer: Länger arbeiten - für die weitere Umverteilung?
- Vortrag von Prof. Dr. Helmut Spitzley,
Universität Bremen, Institut Arbeit und Wirtschaft:
Sinn und Unsinn von Arbeitszeitverlängerung
Der Vortrag zeigt die beschäftigungspolitischen fatalen Wirkungen von Arbeitszeitverlängerungen auf Beschäftigung, Gesundheit sowie Kinder und Familie. Er lädt abschließend zu einer neuen Arbeitszeit-Diskussion unter dem Schlagwort "Kurze Vollzeit - ein Modell für gute Arbeit" ein. Länger oder kürzer arbeiten?- Vortrag von Dr. Christiane Lindecke,
WSI in der Hans-Böckler-Stiftung:
Unterschiedliche Arbeitszeitbedürfnisse von Beschäftigten im Betrieb
Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist nicht nur mit Blick auf ihre betriebs- und beschäftigungspolitischen Wirkungen bedeutsam. Die Dauer, Lage und Stabilität der Arbeitszeiten bestimmen auch, wie viel Zeit für Familie, soziale Kontakte, Gesundheit, Bildung und schließlich als Freizeit übrig bleibt. Flexible Arbeitszeiten haben Rückwirkungen auf die verschiedenen Lebensbereiche außerhalb der Erwerbsarbeit. Hierzu werden Fakten anschaulich präsentiert, die handlungsanleitend sind.- Vortrag von Prof. Dr. Gerhard Bosch,
Institut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen:
Vom (Un)Sinn längerer Arbeitszeiten
Sein Vortrag setzt sich kritisch mit den allgemein verbreiteten Behauptungen zur Arbeitszeit in Deutschland auseinander und setzt Fakten dagegen. Der Vortrag gliedert sich wie folgt:
1. Wie lang sind die Arbeitszeiten in Deutschland?
2. Arbeitszeit als Wettbewerbsfaktor
- Arbeitsproduktivität
- Betriebs- und Gehirnlaufzeiten
- Flexible Verteilung der Arbeitszeit
- Preisliche Konkurrenzfähigkeit
- Flexibler Tarifrahmen
3. These von der Basarökonomie
4. Effekte von Arbeitszeitverlängerungen
5. Konsequenzen für Gewerkschaft und BR
Interessante Links: FrauenZeiten und Bökler impuls. Der Informationsdienst der Hans-Böckler-Stiftung bringt prägnante Analysen und Berichte rund um die Themen Arbeit, Wirtschaft und Soziales.