NGG-Forum “Gerechter verteilen”


Den Auftakt der NGG-Kampagne zur Verteilungsgerechtigkeit bildete vom 28. Februar bis 1. März 2005 das NGG-Forum "Gerechter verteilen" im Bildungszentrum Oberjosbach (BZO) im Taunus. Vor mehr als 80 TeilnehmerInnen unterstrich Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG, die Forderungen der NGG nach einem gesetzlichen Mindestlohn und einer gerechten Steuerreform. Es gehe darum, die Vermögen gerechter zu verteilen. Darum werde NGG auch eine neue Diskussion zur Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung starten.

Friedhelm Hengsbach, Professor für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik und ein führender Vertreter der Christlichen Soziallehre, verlangte, dass der menschliche Faktor mehr respektiert werde. Verteilungsgerechtigkeit, so Hengsbach, müsse gegenüber der Marktgerechtigkeit Vorrang haben. Die Angewohnheit, Risiken zu sozialisieren und die Gewinne zu individualisieren, führe die Gesellschaft ins Abseits.

Zunehmende Polarisierung von Reich und Arm
Unternehmen und Reiche, so Claus Schäfer vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, haben sich weitgehend von der Finanzierung des Staates befreit. Die Steuerbelastungen verlagern sich von den "Gewinnsteuern zu den Massensteuern". Es gebe eine zunehmende Polarisierung von Reich und Arm. Zur Bekämpfung der Einkommensarmut forderte auch er einen gesetzlichen Mindestlohn.

In Luxemburg gibt es diesen bereits: 1.466 Euro im Monat für nicht qualifizierte Arbeitnehmergruppen. Dieser so genannte soziale Mindestlohn ist der höchste in der EU. Laut Michel Di Felice, Justiziar der Arbeiterkammer Luxemburg, hat er keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze. Er sei vielmehr "ein Baustein, um ein Klima zu schaffen, wo die Arbeitnehmer das Gefühl haben, dass es sich lohnt zu arbeiten".

Arne Heise, Professor an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, kritisierte die "dreisten Eliten", die auf Kosten der Bevölkerung den Sozialstaat schlecht reden und versuchen, ihn zu demontieren. Notwendig sei eine andere Reformpolitik als Voraussetzung für eine "faire Verteilung".

Am Beispiel der Einkommensteuer, der Besteuerung von Kapitalerträgen und der Unternehmensbesteuerung kritisierte Hartmut Tofaute vom DGB-Bundesvorstand zahlreiche Schlupflöcher und zeigte Reformvorschläge auf. Notwendig sei auch die Versteuerung von großen Vermögen sowie der Abbau von versicherungsfremden Leistungen in der Sozialversicherung.

Michaela Rosenberger, stellvertretende Vorsitzende der NGG, unterstrich in Oberjosbach die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Initiative für mehr soziale Gerechtigkeit. NGG wolle mit der Kampagne "Gerechter verteilen" dazu einen Beitrag leisten.


Mitglied werden

Melden Sie sich hier online an.

Newsletter

Aktuelle Informationen per E-Mail - hier können Mitglieder ngg.aktuell abonnieren.

Dr. Azubi

Stress in der Ausbildung?
Dr. Azubi hilft!

Unser Netzwerk

International:
www iuf.org
In Europa:
www.effat.org

©  Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)  |  wegewerk> wwEdit CMS 3.1.2