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DGB Bayern trifft Freisinger Bischofskonferenz

Den Menschen in den Mittelpunkt

Hans Hartl (NGG-Landesbezirksvorsitzender Bayern), Gerhard Ludwig Müller (Bischof von Regensburg), Reinhard Kardinal Marx (Erzbischof von München und Freising), Matthias Jena (DGB-Vorsitzender Bayern), Mitte v.l.n.r.

 

Beim ersten offiziellen Treffen von Vertretern des DGB Bayern und der Freisinger Bischofskonferenz am 7. November 2011 ging es um die Themen: Sonn- und Feiertagsschutz, Finanz- und Wirtschaftskrise sowie prekäre Beschäftigung.

 

Für die Gewerkschaft NGG mit dabei war Landesbezirksvorsitzender Hans Hartl, der sich für eine sozial orientierte Marktwirtschaft aussprach, deren unverzichtbare Elemente Tarifautonomie, betriebliche Mitbestimmung und Sozialstaatlichkeit seien. „In der aktuellen Finanzkrise versäumt es die Politik, die Finanzmärkte als Verursacher der Krise in den Blick zu nehmen. Die von der Realwirtschaft abgekoppelten Finanzmärkte müssen endlich strenger reguliert werden“, so Hartl. Seine besondere Sorge gelte der Ausweitung der Niedriglöhne und prekärer Beschäftigung sowie dem Sinken der Reallöhne. Die Folge sei eine Ausweitung des Armutsrisikos.

 

 

Armut zu vermeiden, sei das Uranliegen der Kirche und "auch die umfassende Idee, die hinter der sozialen Marktwirtschaft steht“, unterstrich der Kardinal von München und Freising, Reinhard Marx. Neben der Entwicklung der Löhne solle man "das Feld der Qualifizierung nicht außer Acht lassen“, um möglichst vielen Menschen eine Arbeit zu vermitteln, von deren Bezahlung sie ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten, erklärte Marx. In diesem Zusammenhang forderte Hartl: "Es ist ein Gebot der Würde des Menschen, dass ein Vollzeitbeschäftigter genug Lohn erhält, um sich und seine Familie zu ernähren. Die Politik hat die Verantwortung, einen gesetzlichen Rahmen zu setzen, der das gewährleistet.“

 

 

"Der Sonntag ist ein starkes Symbol dafür, dass in unserem Leben noch Raum ist für etwas anderes. Er ist ein Einschnitt und eine Zäsur, ein Zeichen für eine Gesellschaft, die sich nicht gänzlich dem ökonomischen Rhythmus unterwirft“, sagte Kardinal Marx. Er verwies auf die zahlreichen Allianzen von Gewerkschaften und Kirche für den Sonn- und Feiertagsschutz, um „eine Durchökonomisierung aller Lebensbereiche zu verhindern“. Marx beklagte, nach 1989 habe sich die Ideologie eines radikalen Kapitalismus durchgesetzt, im Angesicht der Krise fehle nun der Mut und die Kraft, "eine soziale Marktwirtschaft auf europäischer Ebene zu etablieren“. Er bekräftigte: "Wir wollen keinen Kapitalismus, sondern eine soziale Marktwirtschaft.“

 

Gemeinsam sprach man sich für die Fortsetzung des Dialogs aus.

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