Nein zur Ampel
Übergewicht und Adipositas sind eines der großen gesellschaftlichen Probleme, die von der Öffentlichkeit noch nicht hinreichend wahrgenommen werden. Deshalb hat sich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) als Gründungsmitglied an der Plattform Ernährung und Bewegung beteiligt. Die Gewerkschaft NGG unterstützt auch den Nationalen Aktionsplan zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten.
Zur aktuellen Diskussion der Nährwertkennzeichnung - Ampel ja oder nein - hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der NGG, erklärt:
Ein Großteil der Verbraucherinnen und Verbraucher kann seinen eigenen Energiebedarf nicht einschätzen. Deshalb brauchen wir ein leicht verständliches, differenziertes Informationssystem über Nährwerte und die Zusammensetzung von Lebensmitteln. Ein vereinfachendes System wie die Ampel in Großbritannien mit der Einteilung in "gut" und "schlecht" ist jedoch nicht geeignet, ebenso wenig wie der Alleingang eines deutschen Produzenten von Tiefkühlkost mit einigen seiner Produkte. Die so genannte Ampelkennzeichnung ist kein Modell, das in Deutschland zur Verbesserung der Verbraucherinformation beiträgt. Es dürfen nicht bestimmte Lebensmittel bewertet, sondern über die richtige Auswahl und Zusammenstellung von Nahrungsmitteln für einen gesundheitsförderlichen Lebensstil muss aufgeklärt werden. Denn es muss gelingen, die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas zu bekämpfen - es darf nicht um die Durchsetzung eines bloßen
"Verkehrszeichens für Lebensmittel" gehen.
Mit der freiwilligen Visualisierung von Nährwerten in Zusammenhang mit empfohlenen Tageswerten (GDA) hat die Industrie einen richtigen Schritt getan.
Hier gilt es jetzt zu prüfen, wie dieses System angepasst werden muss,
um in eine verpflichtende gesetzliche, gegebenenfalls eine EU-weite Regelung zur Kennzeichnung von Nährwerten einzufließen.