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„Ein eschter Frankfurter“

Imdat Erkan

„Ich bin ein eschter Frankfurter oder auch eingeplaggter Hesse, also ein überzeugter Internationalist mit türkischen Wurzeln“ erklärt Imdat Erkan schmunzelnd. Der angelernte Bauschlosser fing 1. Mai 1987 bei Coca-Cola Rhein-Main-Sieg-Getränke (RMSG) in Liederbach, „dem Tor zum Taunus“, als Staplerfahrer an und wurde später Schichtführervertreter. 1990 habe ihm der damalige Betriebsratsvorsitzende Heinz Schakulat gesagt: „Tritt mal in den Betriebsrat und in die NGG ein. Aus dir wird noch was.“ Er sollte Recht behalten: „2002 wurde ich zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt, wie Adenauer mit einer Stimme Mehrheit.“


Sicherlich ist es auch diese Art von Humor, die dem 42-Jährigen hilft, Herausforderungen zu meistern. Wie etwa von 2003 bis 2006, als es darum ging, vor dem Hintergrund der staatlichen Mehrwegquote mit Warnstreiks den Ein und Mehrwegstandort Liederbach zu retten. Die größte Herausforderung sei aber 2006 kurz vor der Fußball-WM der Herren gewesen, als die Coca-Cola Erfrischungsgetränke (CCE) AG bundesweit 3.000 Beschäftigte entlassen wollte: „Auch unsere Produktion wollten sie schließen. Das haben wir gemeinsam mit NGG verhindert, mit Warnstreiks und unter anderem durch einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung bis Ende 2009. Ich bin stolz auf unsere Belegschaft und dankbar, dass sie den Betriebsrat so unterstützt hat.“ Doch der Kampf sei noch nicht vorbei, Coca-Cola wolle weitere Produktion und Vertriebsstandorte schließen: „Wenn es nötig sein sollte, sind wir streikbereit“, so Erkan.


Und 2010 sind die Betriebsrats Wahlen wo wir wieder mit dem Vertriebsstandort gemeinsam Wählen werden, ich verspräche, auch in Zukunft für alle Mitarbeiter des Standorts Liederbach so wie der CCE AG, ein Vorbildliches und Gerechtes Betriebsrat zu sein!
 

Sein Credo im Privaten wie im Beruf: „Nicht weggucken und niemals etwas kampflos hergeben, Zivilcourage zeigen! Im Übrigen hasse ich Ungerechtigkeit wie die Pest. Das Soziale, das unsere Vorfahren erkämpft haben, muss erhalten bleiben. Ich bin Betriebsrat, weil ich gerne Menschen helfe. Außerdem ist „Imdat“ das türkische Wort für Hilfe.“ Wen wundert’s da, dass Erkans Hobby ein Solidaritätsverein für sein türkisches Heimatdorf ist.


So wie sein Vater ihn politisch und gewerkschaftlich geprägt habe, tue er dies auch mit seinen Kindern. Bei seiner dreijährigen Tochter wolle er sich hiermit allerdings noch etwas Zeit lassen. (Februar 2010)

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