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„Das hat viel mit Vertrauen zu tun“

Jens Bujok

43 Jahre jung ist er, aber schon seit 23 Jahren bei der Gewerkschaft: als gelernter Fahrzeuglackierer zunächst bei der IG Metall, seit 1994 bei NGG. Jens Bujok hat in seiner ruhigen, verbindlichen Art viel erreicht: Seit Oktober 2007 ist er freigestellter Konzernbetriebsratsvorsitzender des Braukonzerns InBev.

 

Angefangen hat der gebürtige Oldenburger als Maschinenführer im Abfüllbetrieb der Brauerei Beck & Co. in Bremen. Dort ist er auch weiterhin stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, aber „als Konzernbetriebsratsvorsitzender darf ich nicht nur an einen Standort denken, sondern muss die Interessen aller deutschen Standorte und damit von 3.200 Beschäftigten im Blick haben. Das hat viel mit Vertrauen zu tun.“

 

Einmal im Monat trifft sich der zehnköpfige Konzernbetriebsrat (KBR): bei Diebels in Issum, Beck & Co. in Bremen, Franziskaner Löwenbräu in München, Hasseröder in Wernigerode oder bei Gilde in Hannover. Bujok: „Da stoßen teilweise sehr unterschiedliche Unternehmenskulturen und Mentalitäten aufeinander. Die InBev-Konzernleitung will aber überall einheitliche Standards setzen. Da können sich natürlich nicht alle mit anfreunden.“

 

Was der zielstrebige KBR-Vorsitzende unbedingt „angehen“ will, ist die Rente mit 67: „eine undifferenzierte Gesetzgebung, die jahrzehntelange starke körperliche Beanspruchung, Schwerbehinderte und langjährig Versicherte nur unzureichend berücksichtigt. Das ist ein ausgemachter Unsinn, dessen Folgen wir abmildern müssen. Wenn noch dazu die Altersteilzeit wegfällt, weiß ich nicht, wo wir für die Älteren in den Betrieben noch Arbeitsplätze haben werden.“

 

Auf die Frage, was er angehenden Betriebsräten empfehle, sagt Bujok: „Jeder sollte sich zunächst einmal fragen, ob er das Vertrauen der Kollegen besitzt und welche Ziele er für sie erreichen will. Und ansonsten: Bildung, Bildung, Bildung! Ob es nun Rhetorik betrifft oder das Betriebsverfassungsgesetz: Nur wenn ich mich da reinknie, kann ich in Verhandlungen mit dem Arbeitgeber punkten.“

 

Punkten kann der Vater zweier erwachsener Töchter auch bei seiner Familie, wenn er mal nicht unterwegs im Hotel übernachtet, sondern zuhause: „Da braucht man schon eine Partnerin, die da mitspielt.“ Doch trotz zahlreicher Dienstreisen reist Bujok auch privat gerne; wenn er nicht gerade liest oder Fahrrad fährt.

(August 2008)

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