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"Das wird einen Ruck geben!"

28 Prozent mehr Geld: Neuer Tarifvertrag für das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern

Gut lachen: Für viele Beschäftigte im Gastgewerbe Mecklenburg-Vorpommerns gibt es deutlich mehr Geld. Foto: Shutterstock

30.11.2019

„Die Tarifkommission hat immer wieder angetrieben, weiter und härter zu verhandeln. Sie war der eigentliche Schlüssel zum Erfolg!“ Jörg Dahms, Geschäftsführer der NGG in Mecklenburg-Vorpommern, hat eine harte, aber erfolgreiche Woche hinter sich. Vergangenen Montag haben sich der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga und die NGG im Tarifkonflikt geeinigt. Die 36.000 Beschäftigten im vom Tourismus geprägten Mecklenburg-Vorpommern bekommen ab dem 1. Dezember 2019 mehr Geld. Der Abschluss sieht innerhalb von vier Jahren und fünf Monaten ein schrittweise steigendes Lohnplus von 28,3 Prozent vor. Die Auszubildendenvergütung steigt sogar um 32 Prozent. Im Interview zeigt sich Dahms zufrieden mit dem Abschluss. 

Die Einigung kam dann doch schnell, in der zweiten Verhandlungsrunde. Woran lag‘s?

Dahms: Was heißt schnell. Da steckt immer viel Arbeit dahinter, im Grunde hat so ein Abschluss einen Vorlauf von einem Jahr. Am Ende sehe ich in der Einigung ein Signal, dass sich die Branche verändern will. Die Arbeitgeber mussten sich bewegen, wenn sie ihre Betriebe überhaupt noch aufrechterhalten wollen. Wir haben hier einen realen Fachkräftemangel! Es sind ja nicht nur die Bundesländer, die untereinander um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konkurrieren. Wir gucken auch auf andere Branchen in der Region, in denen die Bezahlung einfach besser ist. Kurioserweise fehlte uns zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde selbst ein Tarifkommissionsmitglied, das inzwischen wegen der Arbeitsbedingungen die Branche gewechselt hatte. 

Was bedeutet der Abschluss für die Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe? 

Dahms: Bis zu 1.000 Euro im dritten Lehrjahr; das wird einen Ruck geben! Vielleicht sortiert sich damit endlich auch die Qualität der Ausbildung. Ich bin sicher, dass der Abschluss auch auf die vielen nicht tarifgebundenen Betriebe ausstrahlt. Denn eines ist klar: Wer nicht bereit ist, Tarif zu zahlen, wird künftig keine Auszubildenden und Fachkräfte mehr bekommen. Beide Seiten werden zudem die Allgemeinverbindlichkeit beantragen.  

Der Abschluss läuft bis März 2024. War die Laufzeit ein Kompromiss?

Dahms: Ja, wir waren mit 26 Prozent auf zwei Jahre in die Verhandlungen gegangen. Letztlich haben wir aber gute Erfahrungen mit langfristigen Tarifverträgen gemacht. Und wir sind ja noch nicht am Ende: Bisher gibt es für die Beschäftigten kein Urlaubs-, Weihnachtsgeld. Im Frühjahr werden wir die Mitglieder entscheiden lassen und dann sehen wir weiter.    

 

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