17.03.2020

Mit Tarifverträgen gegen die Lohnlücke

Equal Pay Day - Für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern

Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit? Schöner Traum. Tarifverträge sorgen dafür, dass er wahr wird.

Frauen bekommen in Deutschland im Schnitt 21 Prozent weniger Gehalt als Männer. Von tatsächlicher Gleichstellung zwischen den Geschlechtern kann angesichts dieser Lohnlücke keine Rede sein. Der "Equal Pay Day", also der Tag der gleichen Bezahlung, markiert symbolisch die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern: Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bis zum 31. Dezember des Vorjahres erhalten, müssen Frauen 77 Tage länger arbeiten – dieses Jahr also bis zum 17. März. Deutschland schneidet damit im europäischen Vergleich mit am schlechtesten ab. Laut einer heute veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und der Freien Uni Berlin verdienen Frauen in Deutschland über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg sogar nur etwa halb so viel wie Männer.

Tarifverträge sorgen erwiesenermaßen für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern. Claudia Tiedge, stellvertretende NGG-Vorsitzende: "In Betrieben mit Tarifverträgen sind die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern deutlich geringer als in den Betrieben, in denen keine Tarifverträge gelten. Und zwar um ganze zehn Prozent. Das zeigt, wie wichtig Tarifbindung und eine ausgewogene Besetzung unserer Tarifkommissionen sind. Wenn Frauen mitbestimmen, bleiben auch die Interessen der Kolleginnen fest im Blick."

Gleiche Teilhabe an Erwerbs- und Sorgearbeit!

Aus Sicht der NGG-Vize sind die Gründe für die ungleiche Bezahlung vielfältig. So unterscheiden sich Frauen nicht nur in ihrer Berufswahl von Männern, sondern auch in ihren Erwerbsbiografien. Das sei aber nicht immer auf individuelle Entscheidungen der Frauen zurückzuführen, sondern vielmehr strukturell bedingt. Frauen arbeiten öfter in Teilzeit oder in Minijobs sowie in schlecht bezahlten Berufen. Zudem seien sie seltener in Führungspositionen. Ein weiterer Punkt sei die ungleiche Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit, etwa bei Kinderbetreuung, Pflege oder Hausarbeit. Knapp die Hälfte der Gesamtarbeitszeit der Frauen bestehe aus dieser unbezahlten Arbeit, bei Männern sei es hingegen nur rund ein Viertel. Tiedge: „Wir brauchen endlich Rahmenbedingungen, die Frauen und Männern die gleiche Teilhabe an Erwerbs- und Sorgearbeit ermöglichen: und zwar besser heute als morgen!"  

 

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