Presse

03.02.2020

Adjan: „Geschäftsführung überspannt den Bogen“

Weitere Eskalation bei Gilde Brauerei: Beschäftigte sind ausgesperrt

Hannover, 3. Februar 2020

Im Konflikt um Tarifverträge für die Beschäftigten der hannoverschen Gilde Brauerei und ihrer drei neugegründeten Einzelunternehmen haben die Geschäftsleitungen nun weiter eskaliert und die Beschäftigten eines der vier Unternehmen bis Ende dieser Woche ausgesperrt.

Freddy Adjan, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft NGG: „Mit ihren aktuellen Entscheidungen im Tarifkonflikt überspannt die Unternehmensleitung den Bogen und verletzt geltendes Recht: Der Betriebsrat wird in der Ausübung seiner Rechte wiederholt behindert, Beschäftigte wurden von der Arbeit ausgesperrt und mit der Veröffentlichung der Namen von Streikenden wurden die Persönlichkeitsrechte unserer Kolleginnen und Kollegen massiv verletzt. Wir werden das beim Landesdatenschutzbeauftragten anzeigen.“

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft zur Kundgebung
am Dienstag, 4. Februar 2020, 13:30 Uhr, auf.
Ort: Gilde Brauerei, Alte Döhrener Straße, 30173 Hannover (vor dem Werkstor)

Es werden reden:

Johannes Specht, Leiter der Tarifabteilung
Jeanine Weigel, Sekretärin des NGG-Landesbezirks Nord

Am Rande der Kundgebung ist es möglich, mit den Streikenden und der NGG über die Hintergründe des in dieser Form für Hannover einzigartigen Tarifkonflikts zu sprechen.

Hintergrund:
Seit September 2019 verweigert die Unternehmensleitung Tarifverträge für die 130 Beschäftigten von Hannovers ältester Brauerei. Deshalb rief die Gewerkschaft NGG die Beschäftigten zunächst zu Warnstreiks auf. Lena Melcher, Geschäftsführerin der NGG-Region Hannover: „Nach einem ergebnislosen Verhandlungstermin im August hatte die Unternehmensleitung den zweiten Termin im September abgesagt und uns auf unbestimmte Zeit vertröstet. Deshalb hat die NGG Ende November zur Urabstimmung aufgerufen. Ergebnis: 94 Prozent unserer Mitglieder unterstützen die Forderung nach fairen Arbeitsbedingungen und Tarifverträgen. Dieses eindeutige Votum sollte auch die Unternehmensleitung ernst nehmen endlich verhandeln.“

Mit dem Jahresbeginn hat die Gewerkschaft NGG die Streiks ausgeweitet und die mittlerweile in vier Unternehmen aufgespaltene Brauerei mehrtägig bestreikt. Melcher: „Um das nochmal klar zu sagen: Wir fordern nur das, was für die Millionen Beschäftigten in Deutschland normal ist: Tarifverträge. Wir wollen gleiche Arbeitsbedingungen für die Gilde-Belegschaft, um der Zweiklassengesellschaft im Unternehmen ein Ende zu machen. Leider erleben wir, dass die Geschäftsführungen der Gildeunternehmen mit aller Härte und rechtlich fragwürdigen Methoden gegen den gewählten Betriebsrat, die Beschäftigten und ihre Forderungen vorgehen. Wir sind weiterhin bereit, diesen Konflikt schnellsten beizulegen. Dazu fordern wir die Geschäftsführungen unverändert auf, mit uns in Tarifverhandlungen einzutreten. Wenn das geschieht, können alle laufenden Streikmaßnahmen zügig beendet werden.“

Ansprechpartner für die Presse: Philipp Thom / 0151 40731182

Pressemitteilung als PDF

 

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