Presse

26.05.2020

Gewerkschaft NGG: „Wer trotz
Kurzarbeit ausbildet, soll Bonus bekommen“

Allianz für Aus- und Weiterbildung stellt Ergebnisse vor

Hamburg, 26. Mai 2020

Mit Blick auf die Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Ausbildungsmarkt fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einen staatlichen Bonus für Unternehmen, die trotz Kurzarbeit an der Berufsausbildung festhalten. „Auszubildende sind die Fachkräfte von morgen. In Branchen wie dem Gastgewerbe macht Corona die ohnehin schwierige Ausbildungssituation noch komplizierter. Ein finanzieller Anreiz für Ausbildungsbetriebe kann dazu beitragen, Kurzarbeit für Azubis zu vermeiden und den Berufsabschluss auch in der Krise zu erreichen“, sagt die stellvertretende NGG-Vorsitzende Claudia Tiedge.

Wie dies gehen könne, zeige das Beispiel Mecklenburg-Vorpommern. Dort übernimmt die Landesregierung 80 Prozent der Ausbildungsvergütungen in Unternehmen, wenn trotz Kurzarbeit die Ausbildung fortgesetzt wird. Im Rahmen des für nach Pfingsten angekündigten Konjunkturpakets müsse der Bund außerdem Mittel für einen „Schutzschirm Ausbildung“ mobilisieren. Die duale Ausbildung sei ein „Erfolgsmodell“, das Deutschland beim Weg aus der Krise helfen könne.

Zugleich begrüßt die Gewerkschaft NGG die an diesem Dienstag vorgestellten Ergebnisse der Allianz für Aus- und Weiterbildung. Ein „wichtiger Schritt“ sei insbesondere die geplante Prämie für Betriebe, die Auszubildende aus insolventen Unternehmen übernehmen. Dies komme gerade Berufseinsteigern aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe zugute. „Zentral ist auch die Einigung, dass Azubis trotz Kurzarbeit im Betrieb weiterhin sechs Wochen lang ihre volle Vergütung bekommen. Denn wer nur dreistellig verdient, kommt mit dem Kurzarbeitergeld nicht über die Runden“, so Tiedge.

Nach einer aktuellen Prognose des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) könnten durch die Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr mindestens 25.000 Ausbildungsplätze verloren gehen. Zu den am meisten betroffenen Branchen gehört das Gastgewerbe. Weil dort „keine Nachholeffekte in der Post-Corona-Zeit erwartet werden“ könnten, müssten Unternehmen gezielt unterstützt werden, so die Forscher.

 

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