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NGG kritisiert „Tourismus-Strategie“ der Bundesregierung
Hamburg, 28. Januar 2026
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lehnt die heute von der Bundesregierung beschlossene „Tourismus-Strategie“ ab. Sie geht in keiner Weise auf die Interessen der Beschäftigten ein, um ihre Situation zu verbessern. Die Arbeitsbedingungen in einer Branche zu verschlechtern, die händeringend Arbeits- und Fachkräfte sucht, ist aus Sicht der Gewerkschaft unverantwortlich.
Was Bundeswirtschaftsministerin Reiche mit ihrer Tourismusstrategie vorgelegt hat, ist ein erneuter Angriff auf die Schutzrechte der Beschäftigten, kritisiert die NGG. Besonders problematisch sei die geplante Änderung mit Blick auf die Altersstruktur der Branche. „Im Tourismus und Gastgewerbe gibt es nur wenige ältere Beschäftigte. Viele Köchinnen und Kellner erreichen das Rentenalter wegen der hohen körperlichen Belastungen gar nicht“, betont NGG-Vorsitzender Guido Zeitler. Es brauche vielmehr strukturelle Verbesserungen für die Branche. Dazu gehören Tarifverträge, eine faire Bezahlung und zum Beispiel Dokumentationspflichten nur für solche Betriebe drastisch zu reduzieren, die tarifgebunden sind und einen Betriebsrat haben.
Im Gastgewerbe liegt die Niedriglohnquote bei über 50 Prozent. Hinzu kommen hohe Arbeitsbelastung, Wochenendarbeit und unregelmäßige Arbeitszeiten. Eine Abkehr vom 8-Stunden-Tag würden den Druck weiter erhöhen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben massiv verschlechtern. Die NGG weist darauf hin, dass die Arbeitszeiten im Tourismus- und Gastgewerbe bereits heute durch Manteltarifverträge geregelt sind. Diese ermöglichen Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte, ohne Schutzrechte auszuhöhlen. „Tarifverträge bieten passgenaue Lösungen. Eine gesetzliche Aufweichung des Arbeitszeitrechts ist weder nötig noch sinnvoll“, so Zeitler.
Zugleich warnt die NGG vor negativen Folgen für die gesamte Tourismusbranche. Dauerhafte Überlastung mache Beschäftigte krank, treibe sie in Teilzeit oder aus der Branche – und verschärfe den Fachkräftemangel. „Wer den Personalmangel ernsthaft bekämpfen will, muss Arbeitsbedingungen verbessern statt Arbeitstage auf bis zu 13 Stunden auszudehnen. Flexibilität darf nicht einseitig zulasten der Beschäftigten gehen“, betont Zeitler.
Kontakt für die Presse
Dirk Herzog
NGG-Pressesprecher
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