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Betriebsratsfreie Zeit schamlos ausgenutzt

Grobes Foulspiel von Lieken
Peter Bisping Guido Zeitler, Vorsitzender der NGG

Am 8. Mai informierte Lieken die Beschäftigten der Brotfabrik in Essen darüber, dass der Standort zum 31. Dezember 2026 geschlossen werden soll. Mehr als 100 Kolleginnen und Kollegen verlieren damit ihren Arbeitsplatz. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) kritisiert besonders Zeitpunkt und Vorgehen des Unternehmens. Denn aktuell gibt es aufgrund laufender Neuwahlen keinen Betriebsrat im Werk.

„Dass ein Arbeitgeber genau diese betriebsratsfreie Zeit nutzt, um Entlassungen und eine Werksschließung anzukündigen, ist nichts anderes als ein grobes Foulspiel gegen die Beschäftigten und gegen die demokratische Mitbestimmung im Betrieb“, kritisiert NGG-Vorsitzender Guido Zeitler. „Statt Gespräche mit gewählten Interessenvertretern zu führen, werden Fakten geschaffen, während die Belegschaft vorübergehend ohne Betriebsrat dasteht. Fairness sieht anders aus.“

Die Kolleginnen und Kollegen in Essen haben den Standort über Jahrzehnte aufgebaut und getragen. Mit großem Einsatz, Fachwissen und Loyalität haben sie zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Besonders bitter: Beschäftigte in der Logistik akzeptierten sogar niedrigere Löhne, um den Betrieb zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. Dieses Vertrauen wird nun mit Kündigungsplänen beantwortet.

Gleichzeitig wird offenbar bereits Produktion verlagert, noch bevor ernsthaft über Alternativen gesprochen wurde. Das zeigt deutlich, worum es Lieken offensichtlich geht: schnelle Entscheidungen durchdrücken, bevor Widerstand organisiert werden kann. Ein Umgang auf Augenhöhe mit den Beschäftigten findet nicht statt. Stattdessen erleben die Kolleginnen und Kollegen ein eiskaltes Abservieren ihrer Zukunft.

„Als NGG stehen wir fest an der Seite der betroffenen Beschäftigten. Wir werden den öffentlichen Druck erhöhen und erwarten echte Transparenz und ernsthafte Gespräche über Alternativen zur Schließung“, sagt Zeitler.  „Die Kolleginnen und Kollegen in Essen verdienen Respekt, Fairness und eine Zukunftsperspektive – statt einer kalten Abwicklung hinter dem Rücken der Belegschaft.“

 

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