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NGG fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren
Hamburg, 29. Oktober 2026
In den kommenden Jahren werden in Deutschland im Schnitt rund 690.000 Beschäftigte pro Jahr in Rente gehen. Bis zum Jahr 2035 werden dann insgesamt rund 20,3 Millionen Menschen bundesweit im Ruhestand sein. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hingewiesen. Die NGG bezieht sich dabei auf Berechnungen des Pestel-Instituts.
Für alle, die künftig in den Ruhestand gehen, will die Gewerkschaft eines erreichen: die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Beobachtung der NGG für erhebliche Verunsicherung. Vor allem Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen der 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung stehen oder diese bereits erfüllt haben, blickten mit Sorge auf die Pläne. „Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der NGG, Claudia Tiedge.
Wer früh ins Berufsleben startet, dürfe dafür nicht bestraft werden. „Entgegen einem weit verbreiteten Eindruck sind viele Menschen mit langen Erwerbsbiografien keine Spitzenverdiener. Sie sind auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen. Das gilt für die Menschen in der Lebensmittelproduktion ebenso wie die Beschäftigten in Bäckereien, Kantinen und Restaurants“, so Tiedge.
Die NGG warnt die Bundesregierung davor, bei der geplanten Rentenreform die Lebensleistung langjährig Versicherter aus dem Blick zu verlieren. Denn das betreffe viele: Unter den rund 6,3 Millionen Männern, die Ende des vergangenen Jahres eine gesetzliche Altersrente bezogen haben, sind nach Angaben der Gewerkschaft immerhin rund 2,8 Millionen Beschäftigte gewesen, die 45 Jahre oder länger in die Rentenkasse eingezahlt haben. Unter den rund 8 Millionen Frauen waren es gut 1,2 Millionen. Die NGG beruft sich dabei auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV).
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die Rentenreform sozial auszugestalten. Mit Ablehnung reagiert die Gewerkschaft NGG dabei auf eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Sie fordert die Bundesregierung auf, darauf zu verzichten: „Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Tiedge. Für diese Beschäftigten sei die Erhöhung des Renteneintrittsalters nichts anderes als eine Rentenkürzung durch die Hintertür.
Kritisch sieht die Gewerkschaft zudem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rente müsse verlässlich bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängen. Zudem spricht sich die NGG dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln.