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NGG Frauen kritisieren Pläne zu Elterngeld und Unterhaltsvorschuss
Hamburg, 15. Oktober 2026
Die NGG Frauen fordern die Bundesregierung auf, die geplanten Einschnitte beim Elterngeld und beim Unterhaltsvorschuss zurückzunehmen. Aus Sicht der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten stehen die Vorhaben im Widerspruch zu den Zielen, Gleichstellung zu fördern, Kinderarmut zu bekämpfen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern.
Die von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) vorgelegten Pläne sehen unter anderem vor, die Bezugsdauer des Elterngeldes von bislang 14 auf 12 Monate zu verkürzen. Gleichzeitig wird über eine Absenkung der Altersgrenze beim Unterhaltsvorschuss von 18 auf 16 Jahre diskutiert. Beide Maßnahmen werden mit Einsparungen im Bundeshaushalt begründet.
Die NGG lehnt beide Vorhaben ab. „Viele Familien kämpfen bereits heute mit steigenden Lebenshaltungskosten. Wer jetzt kürzt, statt spürbar zu erhöhen, sendet das falsche Signal an junge Familien“, sagt Claudia Tiedge. „Wer mehr Gleichstellung will, muss die finanziellen Voraussetzungen für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit schaffen. Deshalb erwarten wir, dass die Koalition ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag umsetzt und das Elterngeld endlich spürbar erhöht.“
„Mehr Partnerschaftlichkeit wird nicht erreicht, indem Familien unter dem Strich weniger Unterstützung erhalten. Wer Sorgearbeit gerechter verteilen will, muss Familien stärken, statt Leistungen zu kürzen“, erklärt Conny Felten, Vorsitzende des NGG-Bundesfrauenausschusses.
Kritisch sieht die NGG auch mögliche Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss. Angesichts des hohen Armutsrisikos von Alleinerziehenden wäre dies aus Sicht der Gewerkschaft der falsche Weg. „Der Unterhaltsvorschuss schützt Kinder vor den Folgen ausbleibender Unterhaltszahlungen. Wer diese Leistung kürzt, spart nicht im Haushalt, sondern auf dem Rücken von Kindern und Alleinerziehenden“, sagt Felten.
Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden liegt deutlich über dem Durchschnitt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gelten 28,9 Prozent der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten als armutsgefährdet. In Haushalten von Paaren mit Kindern liegt dieser Anteil bei 12,0 Prozent. „Ausgerechnet dort zu kürzen, ist sozialpolitisch das falsche Signal. Kinder brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit, unabhängig davon, ob der unterhaltspflichtige Elternteil zahlt oder nicht“, stellt Tiedge klar.
Für die NGG Frauen ist deshalb klar: Wer die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen stärken, Kinderarmut bekämpfen und echte Gleichstellung erreichen will, darf Familienleistungen nicht schwächen. Familien, Alleinerziehende und Kinder dürften nicht die Zeche für die Haushaltskonsolidierung zahlen.