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Psychischer Druck, Überstunden und Abbruchgedanken
Hamburg, 24. September 2026
Eine Sonderauswertung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Ausbildungsreport 2026 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zeigt alarmierende Befunde: Psychische Belastungen, Überstunden und Abbruchgedanken gehören für viele Auszubildende im Gastgewerbe und Lebensmittelhandwerk zum Alltag. Das muss sich nach NGG-Sicht schnell ändern.
Während bundesweit 50,6 Prozent der Auszubildenden von psychischen Belastungen berichten, sind es im Hotel- und Gastgewerbe 64,7 Prozent und im Lebensmittelhandwerk 62,3 Prozent. Im Hotel- und Gastgewerbe leisten 49,0 Prozent regelmäßig Überstunden, 24,6 Prozent arbeiten regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche. Die Ausbildungszufriedenheit liegt mit 55,9 Prozent deutlich unter dem Durchschnitt von 65,7 Prozent. Fast jede*r Zweite kommt häufig oder immer krank beziehungsweise trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit.
Auch im Lebensmittelhandwerk sind die Belastungen hoch: 31,9 Prozent leisten regelmäßig Überstunden, 24,5 Prozent fühlen sich überfordert und 26,5 Prozent haben bereits häufiger über einen Ausbildungsabbruch nachgedacht. Gleichzeitig wird die Ausbildungsqualität deutlich schlechter bewertet als im Durchschnitt.
Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der NGG: „Junge Menschen wollen arbeiten und sich eine Zukunft aufbauen. Wer aber schon in der Ausbildung ständig unter Zeitdruck steht, Überstunden macht oder krank zur Arbeit geht, verliert irgendwann die Kraft. Personalmangel und Arbeitsverdichtung sind für viele Auszubildende längst Alltag. Das darf so nicht bleiben.“
Tarifliche Verbesserungen bei den Ausbildungsvergütungen im Lebensmittelhandwerk zeigen: Gute Tarifverträge wirken. „Dort, wo Arbeit tariflich geregelt ist, sehen wir die positiven Auswirkungen. Faire Arbeitszeiten, gute Ausbildungsqualität und Gesundheitsschutz entscheiden mit darüber, ob junge Menschen in den Berufen bleiben“, so Tiedge.
JAV-Wahlen 2026: Gute Ausbildung braucht Mitbestimmung
Ab dem 1. Oktober 2026 werden bundesweit die Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) neu gewählt. „Auszubildende brauchen eine starke Stimme im Betrieb. Die JAV gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten und ihre Ausbildung mitzugestalten“, so Tiedge. Die NGG ruft alle Auszubildenden auf, sich an den JAV-Wahlen zu beteiligen, zu kandidieren und sich für bessere Ausbildungsbedingungen einzusetzen.
Den DGB-Ausbildungsreport gibt es hier zum Download
Kontakt für die Presse
Dirk Herzog, NGG-Pressesprecher
Telefon: 040 380 13 106, Mobil: +49 151 61085042, E-Mail: presse@ngg.net