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Zeitler: Ein guter Tag für Beschäftigte in der Fleischindustrie
Hamburg, 15. April 2026
Der heutige Beschluss des Bundesverfassungsgerichts bestätigt einen wichtigen Fortschritt für faire Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG), Guido Zeitler, begrüßt ausdrücklich, dass die bestehende Rechtslage bestehen bleibt: Beschäftigte müssen direkt angestellt werden und dürfen nicht über Werkverträge oder Leiharbeit ausgelagert werden.
„Mit Einführung dieser Regelung wurden ehemalige Werkvertragsbeschäftigte in direkte Arbeitsverhältnisse übernommen. Das stärkt nicht nur ihre individuelle Position, sondern verbessert auch die Kontrollmöglichkeiten staatlicher Behörden erheblich. Rechte und Pflichten können so wirksamer durchgesetzt werden“, so Zeitler.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen klar, dass die verpflichtende direkte Anstellung der Beschäftigten ein zentraler Fortschritt war. Das Direktanstellungsgebot half Menschen, die unter prekären Bedingungen in der Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung eingesetzt wurden. Es hat die Kontrollmöglichkeiten der Behörden deutlich verbessert und dafür gesorgt, dass die Rechte der Beschäftigten tatsächlich durchgesetzt werden konnten. Ihre Situation konnte nicht mehr dadurch systematisch ausgenutzt werden, dass für jeden einzelnen Handschlag am Band ein anderes Subunternehmen eingesetzt wird. Das Direktanstellungsgebot hat dieser Praxis einen Riegel vorgeschoben.
Parallel dazu sind Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen zurückgegangen. Überstunden werden heute deutlich transparenter erfasst, und die bessere Prüfbarkeit von Unterlagen ermöglicht eine effektivere Rechtsberatung. Gleichzeitig übernehmen viele Unternehmen heute mehr Verantwortung für ihre Belegschaften und bieten zunehmend Sprachkurse an, was zu einer besseren Integration der Beschäftigten beiträgt. Auch wirtschaftlich profitieren die Beschäftigten.
Insgesamt zeigt sich: Die Abschaffung von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz, besseren Arbeitsbedingungen und größerer sozialer Verantwortung. „Der Beschluss macht deutlich, dass der Gesetzgeber berechtigt ist, zentrale Rahmenbedingungen festzulegen. Genau dieses Handeln erwarten wir nun auch für die Lieferbranche, in der Beschäftigte teilweise unter vergleichbar prekären Bedingungen arbeiten“, so Zeitler.