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Claudia Tiedge: „Ein absurder Vorschlag, der meilenweit an der Arbeitsrealität vorbeigeht.“
Hamburg, 26. Januar 2026
Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten: „Die Teilzeitpläne des CDU-Wirtschaftsflügels gehen meilenweit an der Realität der Arbeitswelt vorbei. Wer von „Lifestyle-Teilzeit“ spricht, verkennt die eigentlichen Herausforderungen am Arbeitsmarkt und stellt Teilzeitbeschäftigte als unsolidarisch an den Pranger. Das ist respektlos und wertet ihre Arbeit ab.“
Tiedge weiter: „Das trifft insbesondere Frauen, denn Teilzeitarbeit ist in Deutschland überwiegend weiblich. Wer es ernst meint mit mehr Frauen in existenzsichernder Vollzeit, muss endlich die strukturellen Ursachen angehen: eine gerechte Verteilung von Sorgearbeit, verlässliche Kinderbetreuung und eine funktionierende Pflegeinfrastruktur. Alles andere ist reine Symbolpolitik auf dem Rücken der Beschäftigten.“
Laut Tiedge sei es viel wichtiger gerade angesichts des großen Bedarfs an Fach- und Arbeitskräften, Barrieren abzubauen, die den Weg in den Arbeitsmarkt oder zu einer Vollzeittätigkeit versperren. In den NGG-Branchen in der Lebensmittelproduktion, der Getränkeindustrie und dem Gastgewerbe sichern hunderttausende Beschäftigte in Teilzeit den reibungslosen Ablauf der Betriebe – im Schichtdienst, an Wochenenden und zu Arbeitszeiten, die alles andere als attraktiv sind. Für Millionen Menschen in Deutschland ist Teilzeitarbeit keine Bequemlichkeit, sondern die zwingende Voraussetzung, um Beruf, Familie, Pflegeverantwortung oder die eigene Gesundheit miteinander vereinbaren zu können.
„Statt dringend notwendigem Mut zu echtem Wandel erleben wir eine zunehmende Radikalisierung auf Arbeitgeberseite. Die pauschalen Angriffe auf Beschäftigte und das permanente Schlechtreden des Sozialstaats müssen endlich ein Ende haben – sie schaffen keine Lösungen, sondern verunsichern Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, so Tiedge.
Kontakt für die Presse
Dirk Herzog
NGG-Pressesprecher
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