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Tiedge: Wer den 8-Stunden-Tag angreift, greift Gleichstellung an
Hamburg, 25. Februar 2026
Die anhaltenden Angriffe von Politik und Arbeitgebern auf den Sozialstaat müssen aufhören, fordert Claudia Tiedge, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie zerstörten Vertrauen und gefährdeten notwendige Investitionen in gute Arbeit und soziale Sicherheit. Anlässlich des Equal Pay Day (27. Februar) und Internationalen Frauentags (8. März) warnt die Gewerkschaft NGG vor einem arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitischen Rückschritt. „Gerade Frauen brauchen verlässliche Arbeitszeiten, keine grenzenlose Verfügbarkeit“, betont Tiedge.
„Wer den 8-Stunden-Tag infragestellt, greift einen zentralen Schutz für Beschäftigte an – und verschärft bestehende Ungleichheit. Wer Arbeitszeiten entgrenzt, zementiert alte Rollenbilder“, so Tiedge weiter. Denn die aktuellen Vorstöße der Union zur Aufweichung des 8-Stunden-Tags gehen zulasten der Gleichstellung – und treffen Frauen besonders hart. „Gleichstellung braucht verlässliche Arbeitszeiten, ein Recht auf Teilzeit und auf Rückkehr in Vollzeit“, betont Tiedge.
Weiterhin deutliche Lohnlücke zwischen Männern und Frauen
Frauen verdienen in Deutschland weiterhin 16 Prozent weniger als Männer. Selbst bei gleicher Arbeit beträgt die Lohnlücke 6 Prozent. „Der Gender Pay Gap ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis struktureller Benachteiligung am Arbeitsmarkt“, so Tiedge. Ein weiterer Schlüssel für mehr Gerechtigkeit ist Transparenz. „Dass Frauen selbst bei gleicher Arbeit weniger verdienen, ist Entgelt-Diskriminierung“, sagt Tiedge. „Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie muss zügig und wirksam umgesetzt werden – damit Ungleichbehandlung nicht länger folgenlos bleibt.“
Abschließend stellt Tiedge klar: „Der Equal Pay Day und Internationale Frauentag sind keine Symboltermine. Sie sind Auftrag: für faire Löhne, klar geregelte Arbeitszeiten und starke Tarifverträge.“
Kontakt für die Presse
Dirk Herzog
NGG-Pressesprecher
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