Coca-Cola: Nach der gescheiterten ersten Tarifverhandlung wird der Druck jetzt erhöht Coca-Cola: Jetzt wird Druck gemacht

Bei Coca-Cola stehen die Zeichen auf Streik.

Den Beschäftigten bei Coca-Cola, genauer Coca-Cola European Partners (CCEP Deutschland), geht langsam die Geduld aus. Durch den Personalabbau und die Umstrukturierungen wurde ihnen in den letzten Jahren viel zugemutet. Für die verbliebenen Beschäftigten sind erhebliche Mehrbelastungen entstanden. Denn obwohl bundesweit viele Standorte geschlossen wurden, werden Jahr für Jahr mehr Getränke produziert. Das Produktionsvolumen ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen. Und die Produktivität der Beschäftigten wurde laut Johan Botella, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, allein von 2015 auf 2016 um 13,5 Prozent gesteigert. 

160 Euro für Alle

Trotzdem will der Arbeitgeber die Beschäftigten, die immer mehr Leistung erbringen, mit einem Magerangebot abspeisen: Bislang steht eine Entgelterhöhung von 1,3 Prozent im Raum. Diese minimale Erhöhung, je nach Tarifgebiet hätten die Beschäftigten so monatlich 31 bis 35 Euro mehr im Portemonnaie, steht in keinem Verhältnis zu der Forderung der NGG: 160 Euro mehr im Monat für alle. Auch bei der Erhöhung der Ausbildungsvergütung pocht die NGG auf eine deutliche Anhebung. Doch statt der geforderten 100 Euro will Coca-Cola die Auszubildenden mit 30 Euro brutto mehr im Monat abspeisen.

Billige Rechtfertigungsstrategie

Das Unternehmen rechtfertigt dieses Magerangebot mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens. Freddy Adjan, Verhandlungsführer und Landesbezirksvorsitzenden der NGG in Bayern hat dafür kein Verständnis und kontert: „Die Arbeitgeber haben durch Missmanagement und Planungsfehler die schlechten Zahlen beim Gewinn verbockt. Das können sie jetzt nicht auf dem Rücken der Beschäftigten austragen.” Sie verdienen im Vergleich zu anderen Beschäftigten in der Erfrischungsgetränkeindustrie schlechter. Die Löhne sind in dieser Branche in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Für die Beschäftigten bei Coca-Cola nicht: „Pro Jahr verdienen die Beschäftigten bei Coca-Cola bis zu 2.300 Euro weniger. Diese Lohnlücke muss jetzt kleiner werden. Wir brauchen eine deutliche Anpassung an die allgemeine Einkommensentwicklung in Deutschland“, pflichtet ihm Ulf Henselin, Leiter des Referats Getränke bei der NGG, bei. 

Das Motto: „Und jetzt Wir!“

„Die Zahlen, unsere Forderungen und das Motto der Tarifrunde ‚Und jetzt wir!' sind eindeutig. Und deswegen stehen die Zeichen auf Streik: Bis kein neues, verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, macht die NGG mobil. Wir planen bundesweite Aktionen bis hin zu Warnstreiks. Zudem sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten unter anderem dazu aufgerufen, Mehrarbeit und Sonderschichten abzulehnen."

Aktuelle Infos zu den Tarifverhandlungen: www.ngg.net/coca-cola