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Erster Betriebsrat bei Nutracorp gewählt (Produktionsfirma von More und ESN)

Beschäftigte setzen sich nach drei Jahren Streit durch
Foto mehrerer Proteinriegel Foto mehrerer Proteinriegel

Großer Erfolg für die Mitbestimmung: Bei Nutracorp in Elmshorn haben die Beschäftigten erstmals in der Geschichte des Unternehmens einen Betriebsrat gewählt. Rund 500 Beschäftigte produzieren dort Proteinpulver, Riegel und Nahrungsergänzungsmittel für die bekannten Marken More und ESN.

Der Weg zur Wahl war lang und schwierig. Über drei Jahre lang mussten die Beschäftigten um die Betriebsratswahl kämpfen. Insgesamt gab es fünf Gerichtsverfahren. Bereits im Sommer 2023 hatte das Arbeitsgericht Elmshorn einen Wahlvorstand eingesetzt. Der Arbeitgeber ging dagegen durch mehrere Instanzen bis zum Bundesarbeitsgericht. Erst im Herbst 2025 bestätigte das Bundesarbeitsgericht endgültig die Einsetzung des Wahlvorstandes.

Noch wenige Tage vor der Wahl versuchte der Arbeitgeber erneut, die Wahl gerichtlich zu stoppen. Sowohl vor dem Arbeitsgericht Elmshorn am Montag (22.Juni) als auch vor dem Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in Kiel am Dienstag (23. Juni) scheiterte das Unternehmen mit seinen Anträgen. Trotz dieser Hindernisse konnte die Wahl am 24.Juni erfolgreich durchgeführt werden. Die Wahlbeteiligung lag bei circa 60%. Der frisch gewählte Betriebsrat hat sich am 03.Juli konstituiert und seine Arbeit aufgenommen. 

Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßt das Wahlergebnis. Anne Widder, Geschäftsführerin der NGG-Region Hamburg Elmshorn, sagt: „Wir gratulieren dem neu gewählten Betriebsrat herzlich zur Wahl. Unser größter Respekt gilt dem Wahlvorstand. Die Kolleginnen und Kollegen haben die Betriebsratswahl gegen den enormen Widerstand des Arbeitgebers durchgesetzt und erfolgreich organisiert. Das verdient höchste Anerkennung.“ Widder sichert dem Betriebsrat weiteren Beistand zu: „Drei Jahre Widerstand gegen einen Betriebsrat sind drei Jahre zu viel. Nutracorp und der Mutterkonzern The Quality Group müssen die Mitbestimmung endlich akzeptieren und ihre Angriffe auf den Wahlvorstand und inzwischen gewählte Betriebsräte sofort unterlassen.“   

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